
Bewegt man sich von Marseille aus in Richtung Norden, ist die alte Künstlerstadt Aix-en-Provence ein Muss. Aix verkörpert den ganzen Lebensgenuss des Südens, und mit seiner barocken Pracht, seiner noblen Flaniermeile und der gemütlichen Altstadt versteht es sich gelassen und selbstbewusst als Antipode zu Marseille, der großen Arbeiterin. Von hier reist übrigens die gehobene Gesellschaft alljährlich zum hochkarätigen Opernfestival nach Aix...
Wenn Sie sich von Aix losgerissen haben, überqueren Sie die Durance in Richtung Norden und treffen auf den mit 1.000 m Höhe recht gewaltigen Gebirgszug des Luberon. Auf 65 Kilometern Länge gewährt er nur einen Durchlass: die Schlucht von Lourmarin. In der kleinen Ortschaft ließ sich nach seiner Rückkehr aus dem Exil der Literatur-Nobelpreisträger Albert Camus nieder; sein Grab liegt etwas versteckt auf dem Dorffriedhof.
Der gesamte Luberon ist geprägt von verträumten Weilern, wilden Schluchten, lieblichen Weingärten und kargen Gipfeln – eine Gegend zum Entdecken und Genießen. Spektakulär sind die Ockersteinbrüche von Roussillon, aromatisch-süß die Cavaillon-Melonen aus dem gleichnamigen Ort, und berühmt die Quelle der Sorgue bei Fontaine-de-Vaucluse.
Das Herz der Provence aber ist das Zisterzienserkloster Sénanque, das mit seiner romanischen Strenge inmitten üppiger Lavendelreihen der ganzen Region als Symbol dient.
Im Westen liegt Avignon, die Hauptstadt des Vaucluse, mit ihrem mittelalterlichen Kern. Die viel besungene Brücke, die Stadtmauer, die Kathedrale, der Papstpalast... die Zahl der Sehenswürdigkeiten allein ist so beeindruckend wie die quicklebendigen Plätze und Straßen. Während des berühmten Theaterfestivals (im Juli) verwandeln Künstler und Besucher aus aller Welt die Stadt in eine einzige Bühne.
Im Norden begrenzt der (von Steinen, nicht Schnee!) weiß bedeckte Mont Ventoux mit seinen 1.900 m Höhe die Provence. Ehrgeizige Hobbysportler erklimmen ihn auf dem Rennrad. Aber Vorsicht – wenn Sie nicht gut trainiert sind, dürften Ihnen auch die vielen aufgesprühten Anfeuerungen auf der Teerpiste nicht helfen... Südlich davon ruhen die kargen Hochebenen des Vaucluse. Hier gedeihen weder Wein noch Oliven, so dass neben Wäldern, wilden Kräutern und Kornfeldern vor allem Lavendelanbau und Schafzucht das Bild bestimmen.
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